"Mein Humor ist böse und manchmal dreckig"
Ein Gespräch mit ... Claudelle Deckert
Schauspielerin Claudelle Deckert ("Unter Uns") spricht im PRINZ über Pläne, in die USA auszuwandern, Lieblingsplätze am Rhein und ihre witzigen Seiten.
Frau Deckert, warum sind Sie noch in Düsseldorf und nicht längst wie viele Ihrer Kollegen nach Berlin oder Köln gezogen?
Ich arbeite in Köln und lebe in Düsseldorf, so habe ich von beiden Städten etwas. Mein Naturell ist sowieso eher auf Abwechslung und Veränderung aus. Berlin? Immer gerne, eine Weltstadt und sehr anziehend für mich.
Was schätzen Sie besonders an Düsseldorf?
Der Hafen hat sich toll entwickelt. Den Garten meiner Eltern, direkt am Damm, der traumhafte Blick in die Rheinauen. In Düsseldorf bin ich einfach verwurzelt, hier leben meine besten und ältesten Freunde, meine Familie. Hier finde ich Ruhe und Geborgenheit.
Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Stadt?
Das "Eigelstein" im Hafen, wo man Kölsch trinken kann. Umgekehrt wäre das nie denkbar. Und die Feldmühle, "Leo-Park" nennen das jetzt die Neu-Oberkasseler. An diesen Park habe ich viele Erinnerungen. Als Kind habe ich da gespielt und Blödsinn gemacht.
Was würde Düsseldorf gut tun?
Zuerst mal mehr Sonne (grinst). Und mehr Lächeln auf den Gesichtern der Menschen. Düsseldorf ist generell super, aber klein. Ich will mehr. Mehr Inspiration, mehr Kreativität, mehr Punk, mehr Rock'n'Roll. Ich habe gerade großes Fernweh und Mut zur Veränderung.
Da trifft es sich ja gut, dass Sie eine Green Card gewonnen haben, mit der auch Europäer längere Zeit in den USA leben und arbeiten können. Wo würden Sie am liebsten hin gehen?
Mein Herz schlägt eigentlich für New York. Aber ob ich, wenn es soweit ist, die Ost- oder die Westküste bevorzuge, da möchte ich mich nicht festlegen. Vielleicht lebt es sich in Los Angeles mit meiner Tochter und den zwei Hunden doch leichter.
Seit 2001 sieht man Sie als "Eva Wagner" in der Serie "Unter Uns", Was verbindet Sie mit der Rolle?
Eva Wagner ist modern. Und sie ist emanzipiert, zielorientiert, autark, erfolgreich. Damit kann ich mich gut identifizieren. Gerne würde ich der Figur mehr von meinem eigenen Humor geben, der ist noch viel schwärzer und böser, manchmal auch dreckiger. So eine Figur ist Teil von einem selbst, ich drücke ihr meinen Stempel auf. Andererseits hat mir Eva Wagner auch Kraft gegeben. In manchen Situationen habe ich mich gefragt: Was würde die Eva jetzt machen? Und bin auf gute und offensive Antworten gekommen.
Was wäre Ihre Traumrolle oder Ihr Traumprojekt?
Ich bin schon mitten drin in meinem Traumprojekt.Es macht mich stolz, dass ich ein Konzept geschrieben habe, was großen Anklang gefunden hat. Amerika ist Teil dieses Konzepts. Aber erst demnächst darf ich mehr verraten.
Wir haben Sie in diesem Heft unter die 50 wichtigsten Düsseldorfer gewählt. Welche Persönlichkeiten aus der Stadt bewundern Sie?
Spontan drei: Makatsch, Campino, Gursky. Heike kenne ich schon eine Ewigkeit: Auf der Ratinger Straße haben wir früher um die Gunst der Jungs gebuhlt. Sie hat ihren Weg gemacht, und ich bewundere sie, sie ist eine tolle Schauspielerin. Campino ist der Punkrocker! Und wenn ich zitieren darf: "Auch ich würde niemals zu den Bayern gehen." Gursky halte ich für einen der besten zeitgenössischen Fotokünstler. Seine Visionen, seine Kunst faszinieren mich.
heute 12 Uhr
heute 20 Uhr
morgen 18:30 Uhr
morgen 19 Uhr
morgen 19:30 Uhr





