Das Interview im D'Vine
Ein Mittagessen mit ... Erik Ludwig
Er gehört als Tribehouse-Macher zu den erfolgreichsten Clubbetreibern der Stadt. Dass der gebürtige Hesse auch bei einigen anderen Projekten seine Finger im Spiel hat, schadet ihnen nicht, ganz im Gegenteil.
Wenn man diesen Herrn nicht kennt, würde man auf den ersten Blick denken: Er macht vielleicht in englischer Herrenmode, oder es ist doch einer der ersten arbeitslosen Investmentbanker mit Drei- Tage-Bart und (noch) vollem Nummernkonto in der Schweiz. So klassisch und erwachsen ist der Look von Erik Ludwig: Manschettenknöpfe am Hemd, dezenter Kaschmirpulli, Loafer aus Pferdeleder, die der Träger liebevoll "Internats- Schühchen"nennt. Auf keinen Fall würde man als Außenstehender aber vermuten, dass Erik Ludwig zum Betreiber-Trio eines der bekanntesten House- und Techno-Clubs in Europa gehört, dem Tribehouse. Am 3. Mai schließt die Stammlocation im Neusser Industriegebiet nach 15 Jahren ihre Pforten - trotz anhaltenden starken Besucherinteresses. Über die Hintergründe wurde viel spekuliert, Erik Ludwig entgegnet mit fester Stimme: "Es gibt keinen versteckten Grund. Wir stellen uns intern schon seit Jahren die Frage: Wie lange wollen wir das eigentlich, wie lange ist das glaubwürdig? Es steht intern schon seit einem Jahr fest, dass wir im Mai 2009 schließen. Und außerdem werden wir unter der Marke Tribehouse weiter Sommer-Events veranstalten wie die Kiesgrube, Café del Sol, Blauer See und nächsten Winter an wechselnden Locations feiern. Natürlich geht mit der Schließung der alten Location eine Ära zu Ende, aber ich freue mich auf die Zukunft."
Was nicht alle wissen: Das Tribehouse-Team ist schon heute an einigen anderen Projekten und Firmen beteiligt. Erwähnenswert sind "Monberg", eine großflächiger Beachclub am Monheimer Rhein, "Eventraum", eine Vermarktungsagentur für Event-Locations, oder "Heilight", eine Firma für Raumgestaltung und Eventdesign. Das Düsseldorfer "Nero" ist das jüngste Baby des Unternehmertrios und wird in Ko-Regie mit Partnern betrieben: "Als wir im Frühling letzten Jahres zum Nero gestoßen sind, haben wir uns erst die Terrasse vorgeknöpft - ich finde, wir haben eine der schönsten am Rheinufer. Mit Loungemöbeln und mediterran inspiriertem Essen lassen sich Sonnentage hier vortrefflich genießen. Seit Oktober 2008 fingen wir dann an, den Club im Nero zu relaunchen. Aktuell ist samstags geöffnet. Musikalisch wie auch publikumsmäßig wird das hier kein Tibehouse- Aufguss werden. Es läuft anspruchsvolle Housemusik, aber das DJ- Booking steht nicht im Vordergrund. Wir wollen die schickere Seite Düsseldorfs bedienen. Sicherlich gibt es auch Tribehouse-Gäste, die ihren Weg hier her finden und sich wohlfühlen." Glaube ich sofort. Der beste Beweis, dass es eine angenehme Schnittmenge zwischen Maßanzug und Sneaker gibt, ist heute schon mein Gegenüber.
Unser Autor Uwe Hasenfuß ist Leiter der Düsseldorfer PRINZ-Redaktion und betreibt die Agentur Labor West. Mit Erik Ludwig war er Mittagessen im: D'Vine, Lorettostr. 23, D-Unterbilk,Tel. 543 574 28, Mo-Sa 11-24 (Küche 12-14.30, 18-22.30 Uhr), d-vine.de
heute 12 Uhr
heute 20 Uhr
morgen 18:30 Uhr
morgen 19 Uhr
morgen 19:30 Uhr





