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Altstadt

Vielfalt auf engstem Raum


Wenn es um den historischen Kern der City geht, denken Einheimische zuallererst an knipsende Touristenhorden und aufgekratzte Menschenmassen - ein Fehler! Die Altstadt hat mehr zu bieten als Jägerschnitzel und Junggesellenpartys

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Die Uhr läuft: Das DJ-Team der "Blitzbangers"-Party im BOGEN 2 legt sich mächtig ins Zeug


Die Erkundungstour beginnt idealerweise auf der Hohenzollernbrücke. Zum einen ist der Blick auf Dom und Groß St. Martin postkartenreif, andererseits sorgt der Rhein an heißen Tagen für erfrischende Brisen. Wer sich in den Rummelplatz Altstadt stürzt, den erwarten rappelvolle Kneipen und enge Gässchen, vollbepackt mit Touristen, welche - den Fotoapparat im Anschlag - in allen möglichen Sprachen Befehle zum Lächeln erteilen. Das kann nerven, die Begeisterung kann aber auch anstecken. Bei Rickie Klingler springt der Funke nicht über, in Domnähe begibt sie sich trotzdem fast täglich. Denn Rickie ist Skaterin, und auf dem Roncalliplatz herrschen beste Boardbedingungen. Abseits davon ist es ihr zu überfüllt, außerdem kann sie im restlichen Teil der Altstadt nicht skaten - "zu viel Kopfsteinpflaster!"

Nichts gegen unwegsame Straßenbeläge oder Menschenmassen einzuwenden hat Gabor Koutny, Oberkellner im Restaurant Rheinzeit: "Die vielen Besucher geben Köln ein internationales Flair." Dass die Gegend zwischen Heumarkt, Bahnhof und Dom ein Touristenghetto ist, findet er nicht: "Viele Einheimische meiden die Altstadt, weil es ihnen hier angeblich zu teuer ist. Mittlerweile haben aber die Preise fast überall angezogen und eine Stange Kölsch kostet auch in anderen Stadtteilen 1,50 Euro." Auch Rheinzeit- Inhaberin Sarah Herborth arbeitet daran, Vorurteile abzubauen. Die Wirtin setzt auf abwechslungsreiches Essen und faire Preise, weiß allerdings, dass die Berührungsängste der Kölner gegenüber ihrer Altstadt nicht unbegründet sind: "Klar, eine Menge Leute kommen hierher, um sich volllaufen zu lassen. Mittlerweile wird das aber von vielen Wirten unterbunden." Das Früh am Dom zum Beispiel hat Junggesellenabschiede ganz verboten, und auch andere Lokale achten darauf, die Gelage nicht ausufern zu lassen. Dass viele Kneipen trotzdem mit Kirmesbudenmusik und Bespaßungsangeboten Mallorcastimmung verbreiten, leugnet Norbert Träger vom Brauhaus Malzmühle nicht: "Natürlich gibt es die typischen Touristenfallen, aber man findet ebenso auch schöne Ecken."

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